Audio Branding

Die richtigen Töne treffen

Auszug aus Artikel, wie erschienen in Healthcare Marketing – Das Fachmagazin für Gesundheitsmarken (www.healthcaremarketing.eu)

Mit einem charakteristischen Klang wollen sich Marken vom Wettbewerb differenzieren und Emotionen auslösen.
Fünf Sound-Agenturen verraten, warum eine akustische Signatur wichtig ist, wie man Markenwerte in Musik übersetzt.
In puncto Marken-Klang in der Healthcare- Branche sehen die Experten viel ungenutztes Potenzial.

Menschen nehmen ihre Umwelt mit allen Sinnen wahr, wodurch etwa Emotionen und Vertrauen entstehen können.

Um Unternehmen, Marken oder Produkte erlebbar zu machen, liegt der Fokus häufig auf der visuellen Kommunikation. Ein weiteres strategisch wichtiges Element ist jedoch ein charakteristischer Sound. Über den Klang lässt sich die DNA eines Unternehmens oder einer Marke ebenso zum Ausdruck bringen und hilft, auch auf der akustischen Ebene ein Profil zu kreieren. Es geht darum, einen Mehrwert zu schaffen – mit einem Sound, der auf unverwechselbare Art und Weise mit der Marke verbunden ist. Über einen konsistenten Einsatz auf allen Kanälen hilft eine akustische Signatur, eine Marke in den Köpfen der Menschen zu etablieren. Akustische Markenarchitektur gehört also ebenso zur Visitenkarte einer Marke wie die visuellen Bausteine des Corporate Designs.

Unter Audio-Branding oder auch Sound- Branding versteht man strategische und operative Maßnahmen, die dazu beitragen, eine Marke hörbar zu machen.
Der daraus resultierende Brand-Sound wird zum festen Bestandteil der Marke und hat die Aufgabe, Identität, Werte und Philosophie der Marke akustisch zu über- setzen. Auditive Kommunikationsmaßnahmen nehmen auf zahlreichen Anwendungsgebieten einen zunehmend höheren Stellenwert ein – ob Audio-Logo, Brand- Track, Brand-Voice oder Soundscape.

Marke zum Klingen bringen​

Für Unternehmen wie Olympus und Hevert Arzneimittel, aber auch für Marken wie Gelomyrtol, Biolectra und Doc Schmerzgel war das Team der Hamburger Sound Branding Agentur Groves in der Vergangenheit bereits aktiv. 

Christoph Groß-Fengels, geschäftsführender Gesellschafter der Groves, bringt noch einen anderen Aspekt zur Sprache: „Der Ansatz, neben den Produkten, der gesamten auditiven Kommunikation eine ‚heilende Note‘ zu geben, bietet für Healthcare- und Pharmaunternehmen enormes Potenzial.“
Groß-Fengels führt als Beispiele Anwendungen wie Calm, Headspace und die unternehmenseigene E-Health App SonicTonic an, die zeigen 
würden, dass eine Vielzahl von Menschen die heilende Wirkung von Klang bereits im Privaten anwendet.

Die Sound-Experten sind sich einig, akustische Markenführung und ihre Bedeutung ist in der Healthcare-Branche noch nicht überall angekommen. Es gibt brach- liegendes Potenzial und demzufolge viele Chancen, für Unternehmen ihre Marken zum Klingen zu bringen. Auf den kommenden Seiten geben die Agenturchefs detaillierte Einblicke in die Klangwelt, erläutern die Rolle von Audio Branding und verraten, welche Anwendungsfelder längst keine Zukunftsmusik mehr sind, sondern auf die Agenda gehören.

Text und Umfrage: Anna Jäger

1. Warum ist der Einsatz von Klangelementen im Rahmen der Markenführung für Unternehmen lohnenswert?

Um mit den Worten von Paul Watzlawick zu starten: „Man kann nicht nicht kommunizieren“ und dies gilt ganz besonders in der Welt der Töne. Während „für die Augen“ per se im Sin- ne der Markenidentität gearbeitet wird, man sich von der Pantone Farbe bis zur Hausschrift genauestens definiert hat, fehlt es im auditiven Bereich häufig noch am Konzept oder auch Wissen über die Möglichkeiten. Musikalische Entschei- dungen, ob für Telefonschleife, Image- oder Werbefilm, werden meist nach Bauchgefühl getroffen oder obliegen einfach dem jeweiligen Projekt-Verant- wortlichen. Das brachliegende Potenzial für zusätzliche Identifikation, Differen- zierung, Emotionalisierung und sogar Markenpositionierung wird vernachläs- sigt. Genau hier setzt Sound Branding an – bei der Findung einer passenden Stra- tegie, um das Thema Klang ganzheitlich für die Marke nutzbar zu machen. Zu- sätzlich zeigt der aktuelle Audio-First- Trend den Markenverantwortlichen sehr deutlich auf, dass ein wirkungsvolles, auditives Pendant zu den meist rein visu- ellen Gestaltungselementen unverzicht- bar ist. Egal, ob Podcasts, Clubhouse, Spotify oder Home Assistants – das Thema Marken-Klang ist in 2021 verstärkt auf dem Vormarsch.